Karriere



Auf halbem Wege kehrt oder ein Weg voller Dornen


frauen-wissenschaft-karriere Dass die Frauen unterrepräsentiert sind, liegt vor allem daran, dass es sie… nicht mehr gibt. Das Phänomen des „Siebens” funktioniert hervorragend in der Welt der Wissenschaft. Frauen scheiden sehr viel häufiger als Männer während ihrer Universitätslaufbahn aus dem Beruf aus, kehren der Wissenschaft vor allem nach der Promotion den Rücken. Und gerade das ist der entscheidende Moment, wo die „Karriere“ eigentlich erst beginnt, wo es darum geht, Forschungsmittel zu beschaffen und Publikationen zu veröffentlichen, um von Kollegen die wissenschaftliche Anerkennung zu erhalten. Für diejenigen, die weiter machen, scheint dies aber noch lange keine Garantie, dass ihre Anerkennung im Beruf – mit den jeweiligen Unterschieden nach Land, Universität oder Disziplin – gesichert ist. Aus einer italienischen Studie über die Stellen von Forschungsdirektoren (Durchschnittsalter: 42,5 Jahre) geht beispielsweise hervor, dass auf diese Funktion 26% männliche gegenüber 12,8% weibliche Stelleninhaber kommen.

Wer beurteilt wen?


Wissenschaftler brauchen für ihre berufliche Karriere ständig die Beurteilung durch andere Wissenschaftler. Die Bewerbung um Subventionen, Forschungsgelder oder qualifizierte Posten bedingt, dass ein Forscher oder eine Forscherin „von seines/ihresgleichen beurteilt“ wird (peer review). Auch die gegenseitige Anerkennung von Publikationen und Forschungsarbeiten erfolgt zwischen den Wissenschaftlern selbst. „Diese Bewertungsmethode beruht auf dem Gedanken, dass Forscher selbst am besten geeignet sind, ihre Kollegen zu bewerten. Außerdem geht sie von der ziemlich naiven Vorstellung aus, dass die Kritiker frei von jeglichen in der Gesellschaft im weitesten Sinne vorherrschenden Vorurteilen sind und infolgedessen zu einer rein objektiven Bewertung gelangen“, ist in dem Bericht der Europäischen Kommission zu lesen.

Ist die Unterrepresentation von Frauen in den Wissenschaftsstrukturen nun durch Quotenpolitiken zu kompensieren? Die Notwendigkeit einer solchen Paritet wird gefordert, um beispielsweise ein Gleichgewicht in wissenschaftlichen Gremien, Jurys und anderen Entscheidungsinstanzen voranzutreiben. So halten sich gewisse skandinavische Lender daran, dass beide Geschlechter mit mindestens 40% in ihren verschiedenen nationalen Komitees und Organismen vertreten sind.


Unter sich und (un)parteiisch


Zwei schwedische Wissenschaftlerinnen, Christine Wenneras und Agnes Wold, haben vor kurzem die Bewertungsmethode des schwedischen Rates für medizinische Forschung analysiert. Was sie ans Tageslicht brachten, hat für Aufsehen gesorgt: Sie haben herausgefunden, dass bei gleicher Leistung die Chancen für einen Mann, eine Post-Doktoranden-Stelle zu bekommen, doppelt so hoch sind wie für eine Frau. Diese Entdeckung war der Hauptgrund, um die Führungsriege des Rats auszutauschen. Seitdem hängt die Vergabe von Stipendien von einer sehr viel unparteiischeren Bewertung ab. In den Niederlanden hingegen gelangte eine Untersuchung zum gleichen Sachverhalt bei der Organisation der wissenschaftlichen Forschung (NWO) und der Königlichen Akademie der Wissenschaften (KNAW) zu einer weitaus gerechteren Bilanz.

Quelle dieses Textes: © Europäische Gemeinschaften, Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. - http://ec.europa.eu



 


 

 

 


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