Gute Praxis


Gleichgewicht gefordert


Gute Praxis Wie lässt sich der Männer-Frauen-Anteil in der Wissenschaft ins Gleichgewicht bringen? In Deutschland schuf die Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) 1999 100 Stellen, die ausschließlich Frauen vorbehalten waren. 1995 waren in Schweden 31 Universitätsprofessuren für Frauen vorgesehen (sie konnten nur dann von Männern besetzt werden, wenn es keine qualifizierte weibliche Bewerberin gab). In den Niederlanden sieht das Programm ASPASIA vor, dass Assistentinnen in der Funktion einer assoziierten Professorin Forschungsmittel beantragen können. Das dänische Programm FREJA (Female Researchers in Joint Action) unterstützt hochqualifizierte Forscherinnen, die ihre Karriere weiterverfolgen wollen. Die Umsetzung dieser auf ein Gleichgewicht zielenden Politiken erfolgt nüchtern und objektiv und ist der Qualität der Forschung in keiner Weise abträglich. Die Kriterien des wissenschaftlichen Anspruchs werden jedes Mal bis ins kleinste Detail respektiert.

Stipendien der anderen Art


Wie kann man zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gelangen, ohne Forschung zu betreiben? Wie kann man ohne Forschungsmittel weiterforschen? Es ist festzustellen, dass sich meistens Männer um – nationale oder internationale – Stipendien bewerben. So liegt ihre Zahl zwei bis fünf Mal höher als die der Kandidatinnen, die sich um die unterschiedlichen Hilfen der berühmten britischen Stiftung Wellcome Trust bemühen. Überdies sind bestimmte Förderleistungen aber auch ausschließlich auf Ledige ohne Kinder zugeschnitten. Warum soll sich die Forschung mit der Hälfte ihres Potenzials begnügen, wo doch die demographische Entwicklung in Europa einen Mangel an „grauen Zellen“ für das Jahr 2020 befürchten lässt? Würden die Programme Wissenschaftlerinnen anregen und ermutigen, sich zu bewerben, wären diese auch präsent. Die Europäische Kommission hat daher 1999 eine Sensibilisierungsmaßnahme initiiert, die auf ein Gleichgewicht bei den Marie-Curie-Stipendien zielt. Die Aktion hat sich gelohnt: Bereits bei der ersten Ausschreibung betrug der Anteil der Bewerberinnen 92%.

Andere zweifellos erfolgreiche Unterstützungsformen tragen den spezifischen Bedürfnissen von Frauen Rechnung. 82% der Forscher, die zwischen 1995 und 1998 ein Dorothy-Hodgkin-Stipendium (Vereinigtes Königreich) beantragten, waren Frauen.

45 von 48 Stipendien wurden ihnen bewilligt. Dieses beispielhafte Programm – eines der wenigen, die der persönlichen wie auch der beruflichen Entfaltung Rechnung tragen – bietet ein Gehalt während vier Jahren, ein jährliches Forschungsbudget, die Möglichkeit der Ganztags- oder Teilzeitbeschäftigung, Kredite für Familienbelastungen (z.B. Kinderbetreuung während einer Konferenz im Ausland).

Quelle dieses Textes: © Europäische Gemeinschaften, Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. - http://ec.europa.eu



 


 

 

 


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