Clara Immerwahr


1901 heiratet Clara Immerwahr nach langen Jahren des Wiederstands Fritz Haber der ebenfalls Chemiker ist. Nach den Giftgasangriffen auf Ypern 1915 bringt sie sich mit Habers Dienstwaffe um.

Durch Erschießen ihrem Leben ein Ende gesetzt hat die Gattin des Geheimen Regierungsrates Dr. H. in Dahlem, der zur Zeit im Felde steht. Die Gründe zur Tat der unglücklichen Frau sind unbekannt.

steht in der Grunewald-Zeitung

Wie es dazu kam ist eine sehr spannende Geschichte, deren Gründe tief in den damaligen gesellschaftlichen Verhältnissen verwurzelt sind.

Clara wurde am 21. Juni 1870 in Breslau geboren, wo ihr Vater als Industriechemiker arbeitete. Sie ging im Winter auf eine Mädchenschule und wurde im Sommer auf dem Gut ihres Vaters von Hauslehrern unterrichtet. Sie war eine eifrige Lernerin und wollte nach ihrem Abschluss an der Höheren Mädchenschule studieren. Dies ging allerdings erst als sie ein Abitur hatte. Etwas das damals fast unmöglich war. Das Recht hat sie sich mit Hilfe anderer Frauen in ähnlichen Situationen und ihrer Eltern erstritten.

Zu der Zeit war es auch noch nicht üblich, dass Frauen studierten. Selbst eine Zulassung als Gasthörerin war schwer zu erstreiten. Zu Claras Glück erkannten einige Professoren welche Stunde geschlagen hatte und ermöglichten ihr nicht nur den Abschluss eines Studiums sondern auch eine Promotion, die sie kurz vor Weihnachten 1900 mit Auszeichnung bestand. Die Arbeit beschäftigte sich mit dem Thema Löslichkeit von schwerlöslichen Salzen.

Nachdem sie sich in ihrer Jugend in einer Tanzstunde in Fritz Haber verliebte warb nun er während ihres mühseligen Weges zur Promotion kontiuierlich um sie. 1901 willigte sie ein, jedoch ohne sich bewusst zu sein, dass sie von nun an die freundliche Professorenfrau spielen sollte. Für sie war die Ehe mit einem Wissenschaftler damals die einzig tragbare Möglichkeit weiter zu forschen. Bis zu der Geburt ihres Sohnes tat sie das im Labor ihres Mannes. Dieser zwang sie jedoch während der Schwangerschaft und dannach zuhause zu bleiben. Die ganze Familie litt unter gesundheitlichen Problemen.

Clara langweilte sich in eine tiefe Depression. Bis zum Krieg forscht Haber an der Ammoniaksynthese für die er 1918 den Nobelpreis zuerkannt bekommt. Als jedoch der Stellungskrieg und damit die Materialschlacht die für den Ersten Weltkrieg so typisch ist beginnt, nimmt er die Forschung an Chlor als Giftgas auf. Chlorgas reagiert mit Wasser zu einigen Ätzenden Stoffen. Wasser ist z.B. in der Lunge der Soldaten, welche dann an verätzten Lungen elendig starb. Wenn der Wind schlecht stand starben auch seine eigenen Soldaten. Gegen diesen unmenschlichen Einsatz von Forschungsergebnissen setzte sich Clara zur Wehr, sie protestierte öffentlich gegen ihren Mann. Als dieser nach einem besonders “erfolgreichen” Einsatz des Chlorgases befördert wurde und daheim eine Feier veranstaltete, beschloss Clara die letzte Konsequenz zu ziehen. Aus Protest gegen das Monster mit dem sie nun verheiratet war erschoss sie sich mit seiner Dienstwaffe.

Clara Immerwahr war eine ausgesprochene friedliche Frauenrechtlerin. Durch ihren Einsatz und den vieler anderer Frauen ist es heute möglich als Frau fast selbstverständlich Chemie zu studieren und darin zu promovieren. Ihr humanistisches Wesen wird heute mit der Clara Immerwahr Medaille geehrt, welche für den Einsatz gegen Rüstung und Krieg verliehen wird.

In dem Sachbuch “Der Fall Clara Immerwahr” wird die Biographie Immerwahrs aufgearbeitet, während “Immerwahr” ein historischer Roman ist, der die Biographie verarbeitet.


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