Traditionelle Wirtschaftszweige: Vorrang für Qualität



Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigung erfordern auch die Konsolidierung und Modernisierung alter Industrien, wie der Textil-, Eisen- und Stahlindustrie sowie der Metallverarbeitung. In den letzten zwanzig Jahren haben diese Wirtschaftszweige einen dramatischen Abbau an Arbeitsplätzen erlebt. Sie verfügen oft über ein niedriges technologisches Niveau bei hoher Arbeitnehmerzahl und haben die schonungslose internationalen Konkurrenz in einer offeneren Volkswirtschaft vollauf zu spüren bekommen.
Diese älteren Industrien können sich jedoch erholen, wenn sie entschlossen auf Qualität und technologische Innovation setzen, und zwar durch die Entwicklung neuer Organisationsformen, neuer Herstellungsverfahren oder auch von Produkten mit sehr hoher Wertschöpfung.

Das Beispiel Textilindustrie


Zwischen 1988 und 1994 hat dieser Wirtschaftszweig 5 Millionen Arbeitsplätze verloren, ehe die Kurve in jüngerer Zeit wieder anstieg. Wie könnte er der Konkurrenz von Anbietern standhalten, die ihre T-Shirts in Ländern herstellen, in denen die Arbeitskräfte 20 oder gar 50mal billiger sind als bei uns? Hier hängt die Zukunft Europas davon ab, ob es gelingt, neuartige, hochwertige Textilien herzustellen. Diese Branche wird in den kommenden Jahren einen Aufschwung verzeichnen und jährlich 160.000 neue Arbeitsplätze in Europa schaffen können.

Eine vielversprechende Technik


Die Europäische Kommission unterstützt Forschungsarbeiten über die Plasmabehandlung von Textilien, die anfangs von fünf Ländern (Frankreich, Deutschland, Portugal, Luxemburg und Italien) durchgeführt wurden. Mit diesem revolutionären Verfahren wird eine besonders feine Behandlung der Faseroberfläche ermöglicht. Diese Technik hat zahlreiche Vorteile: Sie verschmutzt die Umwelt weniger als andere Verfahren (die Textilindustrie ist ein großer Wasserverbraucher), trägt zu besseren Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten bei, fördert hochwertige Produkte und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Werften nicht länger in den roten Zahlen


Vor nur wenigen Jahren ging der Umsatz der Werften in Odense, Dänemark, beständig zurück, da sie mit den Werften in den Entwicklungsländern konkurrieren mußten. Im Rahmen der europäischen Programme ESPRIT und BRITE-EURAM ist es Odense u.a. mit Hilfe eines Schweißroboters gelungen, die Herstellungstechniken zu modernisieren. Das Ergebnis: Die Werften gehören heute zu den produktivsten in Europa. Im Jahr 1986 zählten sie 1000 Beschäftigte, heute 2900.
 


Quelle dieses Textes: © Europäische Gemeinschaften, Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. - http://ec.europa.eu



 


 

 

 



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