Eine Innovationskultur



Innovationskultur Häufig verfügen die Europäer über äußerst innovative Techniken oder Produkte, haben jedoch erhebliche Schwierigkeiten, die Forschungsergebnisse in wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen. Zur Überwindung dieses Problems beizutragen ist die zweite Herausforderung!

Das Beispiel Biotechnologie


Die Biotechnologie veranschaulicht optimal, was auf dem Spiel steht. Dieser Wirtschaftszweig, der für das Gesundheitswesen und den Umweltschutz von großem Nutzen sein kann, bildet einen vielversprechenden Markt, der bis zum Jahr 2000 weltweit schätzungsweise auf 100 Milliarden Euro anwachsen und 200.000 neue Arbeitsplätze schaffen kann. In diesem Bereich verfügen die Europäer über zahlreiche Trümpfe: Spitzenforschung in der Molekularbiologie, Chemie und Medizin; gleichzeitig weisen sie einen gewissen Rückstand bei der wirtschaftlichen Nutzung ihres Know-hows auf. Eine einzige Zahl macht dies deutlich: In der Union gab es 1997 nur 716 Biotechnologieunternehmen gegenüber 1.287 in den Vereinigten Staaten!
Warum ist die Kapitalbeschaffung derart schwierig? Für ihre Entwicklung benötigen die neuen Unternehmen Finanzierungsquellen und Zugang zu Risikokapital. Im Gegensatz zu ihren amerikanischen Kollegen sind europäische Bankiers aber äußerst zurückhaltend, insbesondere gegenüber der Biotechnologie. Es ist deshalb höchste Zeit, dies zu ändern, dadurch daß insbesondere den KMU, die heute das größte Potential für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Europa bieten, das Leben erleichtert wird.
Mit diesem Ziel hat die Kommission 1997 das Projekt I-TEC gestartet, um Investitionen in Form von Startkapital in leistungsfähige KMU zu fördern, zu denen selbstverständlich zahlreiche auf Biotechnologie spezialisierte Unternehmen gehören.

"Das Schwierigste ist die Kapitalbeschaffung"

BioTul in München produziert Präzisionsinstrumente für die Analyse von Biomolekülen, nach denen weltweit in pharmazeutischen Labors eine große Nachfrage besteht. Das Unternehmen wurde von einem 35jährigen Biophysiker gegründet, der mutig genug war, seine Laborstelle gegen dieses wirtschaftliche Abenteuer einzutauschen. Für die Verwirklichung seines Projekts hat der Manager finanzielle Unterstützung von der Kommission erhalten, so daß er ein europäisches Netz mit Partnern und Forschungszentren in der Schweiz, in Belgien, Finnland, Frankreich usw. aufbauen konnte. Dank dieser Hilfe ist es ihm gelungen, das benötigte Risikokapital locker zu machen. BioTul ist von 2 auf 15 Beschäftigte gewachsen. Heute verwendet der Direktor von BioTul einen Teil seiner Zeit darauf, seine Erfahrungen an andere Jungunternehmer weiterzugeben. "Für die Gründung eines Unternehmens", erklärt er, "ist das Schwierigste nicht, eine brillante Idee zu haben, sondern das erforderliche Kapital zu beschaffen."


Quelle dieses Textes: © Europäische Gemeinschaften, Nachdruck mit Quellenangabe gestattet. - http://ec.europa.eu



 


 

 

 



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